“Shifting Grounds” refers not only to
changing circumstances but to a state of fundamental
contingency: a terrain whose conditions are constantly
shifting and elude any form of stabilization. Certainties
dissolve, what was once believed to be secure begins to
waver, and supposedly fixed categories prove to be
historically and situationally constructed. Purposeful
progress, clear navigation within these unstable orders, is
hardly possible—it is a movement on unsecured ground.
Constant framework conditions feel increasingly fragile to
us. Boundaries—both physical and those of the sayable—are
increasingly being called into question. Landscapes, too,
are not static entities: they are constantly changing,
whether consciously shaped or under pressure.
At first glance, the works of Schroeder and Tekaat appear
very different, yet their working methods reveal clear
parallels—particularly during their stays at various
residencies. Both eschew a fixed concept, work with an
open-ended approach, engage with the respective location,
and respond to what they encounter. Their practice is
characterized by a sensitive response to changing
conditions.
Janis Schroeder’s installation is dedicated to the Black
Sea—a space that is both a habitat and a transit zone. The
video recordings were made in Bulgaria, Georgia, and on a
ferry traveling between the two, focusing on the presence of
the non-human in environments shaped by humans. The project
ties into the artist’s ongoing engagement with the socially
and politically shaped narratives that have shaped the
geography of the Black Sea region within a complex
geopolitical landscape. Wandering the site, unexpected
discoveries, and chance encounters form the core of his
artistic method and feed into the filmmaking process. This
work was produced with the financial assistance of the
European Union.
Ralf Tekaat’s drawings echo the experiences of his working
residency on Spitsbergen. Prominent references include the
massive, increasingly shifting glaciers, as well as the
unique spatial conditions on site: anyone leaving the
settlement must be accompanied by armed guards—the
possibility of an encounter with polar bears is
ever-present. Layer by layer, large-format, multi-part
pencil drawings emerge, in which inner landscapes gradually
take shape.
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„Shifting Grounds“ bezeichnet nicht nur veränderliche
Gegebenheiten, sondern einen Zustand grundsätzlicher
Kontingenz: ein Terrain, dessen Bedingungen sich fortwährend
verschieben und sich jeder Stabilisierung entziehen.
Gewissheiten lösen sich auf, sicher Geglaubtes gerät ins
Wanken, und vermeintlich feste Kategorien erweisen sich als
historisch und situativ konstruiert. Ein zielgerichtetes
Fortschreiten, ein klares Navigieren innerhalb dieser
instabilen Ordnungen ist kaum möglich – es ist eine Bewegung
auf nicht gesichertem Grund.
Konstante Rahmenbedingungen werden unserem Gefühl nach immer
brüchiger. Grenzen – sowohl physische als auch die des
Sagbaren – werden zunehmend infrage gestellt. Auch
Landschaften sind kein statisches Gebilde: Sie verändert sich
stetig, bewusst gestaltet oder unter Druck geraten.
Die Arbeiten von Schroeder und Tekaat erscheinen auf den
ersten Blick sehr unterschiedlich, doch ihre Arbeitsweisen
zeigen deutliche Parallelen auf – insbesondere während ihrer
Aufenthalte in verschiedenen Residenzen. Beide verzichten auf
ein festgelegtes Konzept, arbeiten ergebnisoffen, lassen sich
auf den jeweiligen Ort ein und reagieren auf das Vorgefundene.
Ihre Praxis ist geprägt von einer sensiblen Reaktion auf sich
wandelnde Bedingungen.
Die Installation von Janis Schroeder widmet sich dem Schwarzen
Meer – einem Raum, der zugleich Lebensraum und Transitzone
ist. Die Videoaufnahmen entstanden in Bulgarien, Georgien
sowie auf einer Fähre dazwischen und richten den Blick auf die
Präsenz des Nicht-Menschlichen in vom Menschen geprägten
Umgebungen. Das Projekt knüpft an die fortlaufende
Auseinandersetzung des Künstlers mit den sozial und politisch
geformten Narrativen an, die die Geografie der
Schwarzmeerregion innerhalb einer komplexen geopolitischen
Landschaft geprägt haben. Das Umherstreifen vor Ort,
unerwartete Entdeckungen und zufällige Begegnungen bilden den
Kern seiner künstlerischen Methode und münden in den
filmischen Prozess. Diese Arbeit wurde mit finanzieller
Unterstützung der Europäischen Union erstellt.
In Ralf Tekaats Zeichnungen hallen die Erfahrungen seines
Arbeitsaufenthalts auf Spitzbergen nach. Präsente Referenzen
sind die gewaltigen, zunehmend in Bewegung geratenen
Gletscher, ebenso wie die besondere räumliche Situation vor
Ort: Wer die Siedlung verlässt, ist auf bewaffnete Begleitung
angewiesen – die Möglichkeit einer Begegnung mit Eisbären ist
allgegenwärtig. Schicht für Schicht entstehen so
großformatige, mehrteilige Bleistiftzeichnungen, in denen sich
allmählich innere Landschaften verdichten.